Geschichte

Der Begründer des Judo ist Jigoro Kano (1860-1938). 1882 gründete Jigoro Kano seine eigene Schule, den Kodokan („Ort zum Studium des Weges“) in der Nähe des Eisho-Tempels im Stadtteil Shitaya in Tokio. Er nannte seine Kunst Judo – „der sanfte Weg“.

Beim Judo befreite er die alten Jiu-Jitsu-Stile von gefährlichen Elementen. Stöße, Schläge, Tritte und viele Hebeltechniken, insbesondere die Kleingelenkhebel, wurden ersatzlos gestrichen oder in die Kata integriert. Die verbleibenden Techniken ermöglichten einen sportlichen Zweikampf, ohne dass größere Verletzungen zu befürchten waren.

Judo setzte sich in Japan allerdings erst durch, als die Schüler Kanos (zuvor Jiu-Jitsu Praktizierende) im Jahre 1886 einen regulären Kampf zwischen der Kodokan-Schule und der traditionellen Jiu-Jitsu-Schule „Ryoi-Shinto Ryu“ für sich entscheiden konnten. Aufgrund dieses Erfolges verbreitete sich Judo in Japan rasch. 1911 wurde Judo an allen Mittelschulen Pflichtfach.

In den Westen fand Judo den Weg anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts. 1906 kamen japanische Kriegsschiffe zu einem Freundschaftsbesuch nach Deutschland. Die Gäste führten dem deutschen Kaiser ihre Nahkampfkünste vor, welcher so begeistert war, dass er seine Kadetten in der neuen Kampfkunst unterrichten liess. Nach den Tumulten der beiden Weltkriege konnte Judo auch in Europa Fuss fassen und erste internationale Wettkampferfolge von Europäern folgten anfangs der sechziger Jahre.